Wertschätzendes Feedback motiviert

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Mensch sein! In der Crew, im Unternehmen – als Leader immer

Als ich im Jahr 2013 zum ersten Mal auf dem Schiff angeheuert habe, war ich Moderator und Sprecher. Zwei Jahre später war ich Manager und verantwortlich für ein internationales 60köpfiges Team. Schiffs-Erfahrung habe ich zwar viel gesammelt, aber wie man Menschen richtig führt – keine Ahnung! Dementsprechend lief vieles in meinem ersten Einsatz nicht so, wie es hätte sein sollen. Nach diesem Einsatz habe ich einen Leadership Kurs besucht, der mein Bild des Leaders komplett verändert hat. Ich habe erkannt, wie wichtig es ist Menschen zu motivieren – richtig zu motivieren. Das gelingt mit einer guten Feedback-Kultur. Bis dahin war ich immer der Meinung, dass ich direkt sein muss und das sage was ich denke. Ich dachte, wenn ich gerade aus und direkt meine Meinung über etwas kund tue, dann ist das das Richtige. Selbst der Satz: „Solange ich nichts sage, ist alles gut“, war in meinem Kopf. Wie falsch man doch liegen kann! 

Gerade auf dem Schiff ist es mit das Wichtigste, die Mitarbeiter, die teilweise bis zu zehn Monate am Stück auf dem Schiff arbeiten und leben, zu motivieren. Was ich in dem Kurs gelernt habe: es ist kein großer Aufwand das zu schaffen. Ich dachte immer, ich muss mir da einen 30 Minuten Termin eintragen und ein ausführliches Gespräch vorbereiten und führen. Das gilt sicherlich für ein Beurteilungsgespräch. Diese Zeit HAT man sich auch zu nehmen. Aber einfach mal ein kurzes „Hast du gut gemacht, weiter so“ – das passt immer und überall dazwischen. Das gilt für einen tollen Beitrag den jemand aus dem TV Team gemacht hat, das gilt für eine Sängerin, die ein tolles Solo gesungen hat oder einen Techniker, der eine wunderbare Lichtstimmung für einen Auftritt eines Künstlers gezaubert hat. Was ich gelernt habe: mit offenen Augen und Ohren durch die Teams, sich für die Mitarbeiter interessieren und Mensch sein. Vorbild sein! 

Was kostet es einen Leader ein Lob auszusprechen oder ein Feedback zu geben? 20 Sekunden? 30 Sekunden? Diese Zeit sollte ein Leader sich nehmen. Und ja – es klappt. Als ich in meinem zweiten Einsatz angefangen habe, jeden Mitarbeiter wann immer es geht ein Lob auszusprechen, ein Feedback zu geben, hatte ich Mitarbeiter die glücklich waren, die sich gehört und gesehen gefühlt haben, die gern für unseren Bereich gearbeitet haben. Natürlich gibt es immer wieder schwarze Schafe oder Mitarbeiter die sich einfach nicht wohlgefühlt haben – aber was ist dann zu tun? Die Antwort ist ganz einfach: nachfragen! „Was können wir tun, dass es dir besser geht und du dich wohlfühlst?“  

Feedback geben ist ein sehr sensibles Thema. Ich durfte lernen, dass es positives Feedback gibt und ein „to be improved“-Feedback. Es gibt kein schlechtes Feedback. Auch da machen viele Leader den Fehler nicht einfühlsam zu sein oder Sätze zu sagen wie: „…die anderen finden das auch!“ FOUL – rote Karte! Es gibt eine ganz einfache Struktur.

  • Immer aus der Ich-Perspektive „Ich empfinde es so“ bzw. \”Mir ist aufgefallen…\”
  • Die Wirkung die das Verhalten des Mitarbeiters auf mich hat…
  • Was ist der Rat den ich meinem Mitarbeiter geben kann… 

Konkret sieht das dann so aus: „Mir ist aufgefallen, dass du heute bei deiner Moderation unmotiviert agiert hast. Das hat den Effekt auf mich, dass ich das Gefühl habe, dir macht es keinen Spaß. Mein Rat: was auch immer los ist, sprich mit mir oder deinem Supervisor. Versuche das beim nächsten Mal auszublenden, um freundlich und motiviert für die Gäste rüberzukommen.“ 

Das ist ein wertschätzendes Feedback, ohne Beleidigung oder Fäkal-Sprache. Der Mitarbeiter fühlt sich gesehen und gehört. Vielleicht ist er nach so einem Feedback wirklich bereit zu sprechen. Zuhören, Empathie zeigen, Fair sein und Menschlichkeit – unabdingbare Faktoren im Umgang mit Mitarbeitern.

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