Verantwortung und Vertrauen gegenüber Mitarbeitern

\”Bereitet bitte den Masterplan vor und wir gehen ihn dann gemeinsam durch\”, sagte ich zu meinen beiden Fachabteilungsleitern und beantwortete die Mail, die ich kurz davor geöffnet hatte. Auf der anderen Seite des Tisches, Stille. Ich blickte auf und sah in zwei Augenpaare die mich mit erstauntem Blick ansahen. Jetzt wurde ich neugierig und fragte, ob ich etwas verpasst habe? Beide sahen mich an und sagten: \”Nein, das überrascht uns nur etwas. Weil wir das bisher nicht gemacht haben. Beziehungsweise nicht machen durften.\” Jetzt war ich überrascht und fragte: \”Wieso durftet ihr nicht? Das ist doch euer Job.\”

Wie sich herausstellte hatte meine Vorgängerin alles selbst gemacht. Ich erkläre das kurz. Als Entertainment Manager auf dem Schiff, war es die Aufgabe des Entertainment-Bereiches, den Masterplan zu erstellen. Der Masterplan beinhaltete alle Aktionen, Veranstaltungen und wichtigen Ereignisse die auf einer Reise stattfanden. Wir bereiteten ihn vor und stimmten ihn dann mit den anderen Abteilungen ab. Es war ein Gemeinschaftsprojekt vom gesamten Hotel-Bereich, um den Gästen auf unseren Reisen eine unvergessliche Reise zu bescheren.

Für mich hieß das: Meine Fachabteilungsleiter aus den Bereichen Show, Musik, Gastgeber und Media trugen ihre Ideen und Vorschläge ein. Sie legten Termine fest und stimmten sich mit den anderen ab. Ohne mich. Denn das war deren Aufgabe. Dafür waren sie Fachabteilungsleiter. Meine Aufgabe war es dann, drüber zu schauen und zu bestätigen oder gemeinsam mit den Abteilungsleitern zu optimieren. Das verstehe ich unter Vertrauen. Und Verantwortung weitergeben.

Meine beiden Mitarbeiter freuten sich wie verrückt, dass ich ihnen diese Aufgabe zutrug und sie damit allein ließ. Meine Vorgängerin hatte dieses Vertrauen wohl nicht. Sie machte alles alleine und legte den fertigen Plan ihren Kollegen vor. Sie bezog die Fachabteilungsleiter in keinster Weise mit ein. Sie sollten dann lediglich alles organisieren und waren die \”Laufburschen\” für etwas, an dem sie nicht mitwirken durften. Wie soll da Motivation entstehen? Sieht so Vertrauen gegenüber Mitarbeitern aus?

Ich habe danach erlebt wie meine beiden Mitarbeiter aufgeblüht sind. Sie waren motiviert und haben Gas gegeben. Es waren ihre Ideen und gemeinsam haben wir uns an die Planung und Umsetzung gemacht. Mit Spaß, Freude und großem Erfolg.

Wenn wir unseren Mitarbeitern Verantwortung übergeben und ihnen damit Vertrauen aussprechen, dann gehen sie motiviert an ihre Arbeit. Es stellt sich ein Gefühl von \”Gemeinsam für eine Sache\” ein. Das ist ein Weg dahin aus Mitarbeitern stolze Mitarbeiter zu machen. (tj)

Mehr Stories vom Schiff und zum Thema \”Mitarbeitermotivation\” gibt es in meinem Vortrag als Keynote Speaker. Hier erhalten Sie alle Informationen und mein Speaker Profil zum Download mit Eindrücken, Inspirationshäppchen und drei wunderbaren Stories vom Schiff.

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